Neues

Hier findest Du ein neues Gedicht vom Kleinen Wicht aus Mainz

Später August 

Der Urlaubsommer ist vergangen
Träge Zeiten ziehen weiter
Wieder der guten Pflicht verfangen
Der frühe Morgen leicht, heiter

Der getaktete Tag zieht sich lang hin
In Hitze und schwitzender Schwüle
Bald ist das Werk erfüllt von Disziplin
Denn alles läuft voran, ohne irgend Elan
Und maximal entbehrte der Kopf bis dann
Frischer, klärender Kühle

Der lila Lavendel steht da, traurig verdorrt
Nach der Lässigkeit des hohen Sommers
Doch genau an diesem Punkt, an diesem ganz dürren Ort
Als das Wasser in der schweren Luft vollkommen stob
Erblüht im tristen Braun, ein blauer Ysop

In schwerer Stunde die Pflicht getan
So sichert er den Übergang
Und bewahrt die Blütenfolge
Zwischen zwei Tertialen hin zum Ziel
Zum neuen Anfang

Nun also adieu Sommerpause und tropische Nacht
Die Welt scheint aus der Siesta erwacht
Morgen wird‘s September und das Schuljahr startet
Als die zweite Knospe der Rose wartet


Erst mal Urlaub!

Einst kehrt die Asche zur Asche
Und der Staub wieder zum Staub
Ewigkeit packt ihre Tasche
Schnell weg!
Ab in den Urlaub!

Vor nächster Ewigkeit Gebaren
Mag er mich so gut bewahren
So weit davon treib mich der Wind
Auf dem Strome will ich fahren,
Ewig vom Glanze selig: blind!
Tausend Stimmen lockend schlagen,
Hoch Aurora flammend weht,
Fahre zu! Ich mag nicht fragen,
wo die Fahrt zu Ende geht!

Kleiner Wicht, 
Joseph von Eichendorff


 

Vom Bussard geküsst
-Igstadt 20.05.2023-

Du Mäusebussard krallst dich zart
An dein Nest und deine Brut
Doch wenn der frühe Vogel naht
Schlägt deine Liebe um in Wut

Im schönen Mai wallt manches Blut!
Ich dank herzlich für den Schmatzer!
Schläge von hinten tun dem Denken gut
Auch bleibt nur ein kleiner Kratzer

Nun halt dich fern und weiter Wacht
So höre aber auch bedacht
Was ich in lauer Frühlingsnacht
Und heißer Liebe schwöre:

Du hässlicher Vogel, wirst du einst
Mir in die Hände fallen,
So rupfe ich dir die Federn aus
Und hacke dir ab die Krallen

So zart und lieb schrieb Heine
Ein deutsches Wintermärchen
Doch denk ich bei Nacht an Igstadt
Dabei nur ans Bussardpärchen:

Ich rufe zum lustigen Schießen herbei
Die rheinischen Vogelschützen

Also sprich, Drecksack, dein letztes Gebet
Der Himmel wird dir nichts nützen

Doch bevor ich rheinisch-lustig
Schreit‘ zum fröhlichen Erschießen
Wollt ich noch die lieben, kleinen, süßen
Nesthocker, wie auch dich,
Hier allerherzlichst grüßen!

Bei wolkenlosem Sonnenschein
Ein dicker Schmatz aus Erbenheim!
Übersendet dir dein...


Kampagnenmotto

Der Mainzer Carneval Verein suchte bereits Vorschläge für das Kampagnenmotto 2024.
Vorgabe: die Worte Schoppen und Fastnacht müssen darin vorkommen.
Es wurden ca. 333 Vorschläge eingesandt und von einer Jury das Siegermotto gekürt.
Die folgenden zwei Vorschläge wurden eingereicht und fielen durch:

Die Fastnacht spiegelt vierfarbbunt
Doch blickt im Schoppen tief- bis zum Grund

Die Fassenacht erhellt die Welt
Wie ein Schoppen- auf den Kopf gestellt

Siegermotto:
Zur Fassenacht lädt Mainz am Rhein
Die ganze Welt zum Schoppe ein

PS:
Die Stadt im Herzen, den Wein im Becher
Bleibt eines beständig: der Schoppenstecher



49 Euro Ticket
kleiner Abgesang auf Deutschland

Freie Fahrt für Deine Stärke
Off’ne Bahn für Deine Kraft
Kleine Worte, große Werke
Vollbracht durch Deine Leiden-schafft

29.04.23 Kleiner Wicht


Wider allem Ernst der Zeit bleibt der

Kurstadt-Kokolores

Ein Kurstädter spricht
Sein letztes Gedicht:

Oh ihr Mainzer!
Ihr Eiskalten Brüder!
Singt und lacht weiter
Die linken Lieder
Aber lasst mir mein Schwärmen
Von den wohligen Wärmen
Der heiligen Thermen
Kein Lärmen
Stört rechtes Träumen
Ewig wird es an mir sprudeln und schäumen

So war ich und so bleibe ich!
Mit allen Wassern gewaschen im Leben
Bade ich eben bequem
Weiter im warmen Lehm

Kleiner Wicht 08.04.23


Ostern entgegen

Es beginnt das neue Leben
Überall entspringt es, bricht sich Bahn
Wenn wir im Vertrauen auf Ostern uns ergeben
Dann selbst in Bachmuts Todeswahn

Wir müssen an der Zukunft bauen
Das Osterlicht scheint dabei neu
Der Weg gepflastert von Vertrauen
Am Wagnis führt kein Weg vorbei

Gott allein wird es nicht richten
Gottes Tat braucht Menschenhand
Man muss dabei ganz schön verzichten
Das eigene Potential erkannt?

In seinem Umfeld Frieden stiften
Wärme sparen, wenn es auch friert
Und einfach mal verbal abrüsten
Vom Schicksal Bachmuts tief berührt

Das Jahr ist jung, die Welt bleibt alt
Doch weil wir sicher eine Zukunft haben
Dürfen wir hier nicht damit enden
Sie einfach klagend zu begraben

Im Vertrauen auf Ostern verharren wir
Nicht tat- und fassungslos im Schmerz
Die Fassungslosigkeit durchbrechen
Gottes Versprechen am Grabe tief in unserem Herz

Gedicht vom Kleinen Wicht
Judika 2023


Märzmorgen

Angekündigt ist heute ein kristallklarer Tag
Ein Tag, den der neue Frühling am schönsten vermag
Man steht leicht südlich von Laubenheim auf der Höhe
Man trotz, morgens halb acht, der taufrischen Böe
Schaue runter auf das Ried und warte
Auf das wertvollste Motiv Mainzer Karte
Ein Bild, das in paradiesischen Farben erstrahlt
Ein Bild nach Peer Gynts Morgenstimmung gemalt

Die Natur erschafft wieder vollkommene Kunst
Noch bedeckt die Wiesen des Rieds ganz feiner Dunst
Noch ziehen Nebelschwaden über den Boden in grau
Mit dem Sonnenaufgang beginnen dann Nebel und Tau
Zu schimmern, zu glitzern, zu dampfen, das Licht zu brechen
In alle Farben lassen sie die weite Ebene schließlich golden erstrahlen

Das Rheintal gestattet ausnahmsweise einen weiten Blick
Auch der Hund neben mir schaut bedächtig und leise
Auf dieses perfekt komponierte Stück

Am Himmel nur die paar obligatorischen Flieger
Darunter, außer zahlreichem kleinen Gefieder,
Sieht der weite Blick alles verlassen
Der Sonntagmorgen hat die umgebenden Straßen leergelassen
Voll werden die inneren Wege erst später
Noch aber schlafen all die Sonnenanbeter
Sparziergänger, Jogger, Biker und Reiter
Kind und Kegel und, und, und …und so weiter
Sie bevölkern bald das Naturschutzgebiet
Doch der Sonnenaufgang über dem Ried
Bleibt verborgen wie Kinderaugen, in die man sieht
Das Gemüt findet darin wieder neuen Frieden
Dieser sei dem, der dies Bild sieht, beschieden

Kleiner Wicht 10.03.2023




Alle Jahre wieder
Platzt der Mainzer

Pokaltraum

Ich hatte einen Traum
Von nachhaltigem Kerosin
Und ich träumte der FSV spielt in Berlin
Ich hat' geträumt vom nächsten Mai
Ihr wart alle mit dabei
In diesem Traum
Da wir gegen den Morgen ziehn
Über den Wolken nach Berlin

Ich habe in Finthen, neben dem Kanister Ökokerosin,
Meinen schönsten Privatjet auf der Startbahn stehn
Sicher kommt der nächste Mai
Seid dann alle mit dabei
In meinem Traum
Da wir gegen den Morgen ziehn
Flugfeld-Finthen nach Berlin

Solange racker ich wacker auf meinem Spargelacker
Voller Träume, dass ich im Leben nichts versäume
Kommt! Nur dieses eine Mal!
Fliegen wir dann nicht aus dem Pokal
Sondern landen zum Endspiel
In Berlin- wie wär das schön

Doch die Träume welken so langsam mit der Zeit
Und so bleibt nach all den Jahr‘n nur die Wirklichkeit
Frei zitiert nach Mascha Kaléko
War es bei uns schon immer so
Alles bleibt, so wie es war
Doch vielleicht im nächsten Jahr…

Wird ein Traum dann endlich wahr?

Gedicht vom Kleinen Wicht
nach dem Pokalaus 2022
Neufassung vom 04.02.23

Ein Wintermorgen
-in der Rheinebene-

Es hat geschneit!
Es hat geschneit!
Durch den ruhig, sanften Morgen
Dringt ein einsames Geläut

Geklärt und strahlend scheint der Tag
Winter, wie man ihn am liebsten mag
Draußen warste!

Und die Luft, die klarste!
Trägt den Brumm und Muff
Vom 4x4 Auspuff

Gedicht vom Kleinen Wicht 28.01.2023


Montagmorgen im Januar

Wenn das Neue beginnt
Braucht‘s manchmal einen Stups
Dass das Kind
Mit einem Hups
Ganz beschwingt
Vom Beckenrand springt
Ob es dann schwimmt?

Ganz bestimmt!
Es erklimmt einen Gipfel
Grüßt vom Baumwipfel
Und setzt auf‘s I einen Tüpfel

Gedicht vom Kleinen Wicht 16.01.2023

Ski-Urlaub 2.3

Der alpinen Höh fehlt der Schnee!?

Beeindruckt steht man heuer hier
Vor gewachsener Infrastruktur
Die lässt keinen Wunsch offen

Ein Kind lernt laufen: „Pizza und Pommes“
Seine Mutter saust über die Piste „Frommes“
Auf Resten, Eis und brauchbarem Kunstschnee
Daneben Gras, auf dem ich sicher wandern geh'
Hier bleibt kein Wunsch offen

Pistenparkplatz, nahe Depots für Schuhe und Ski,
Zig Lifte und Gondeln, urige Gastronomie,…
Alles hier hoher Standard und hoher Komfort
Und diese tiefe Ruhe in meinem Ohr…
Hier bleibt kein Wunsch offen

So beteilige ich mich am allgemeinen Hoffen
Und übe den Schamanischen Schneetanz
Geholfen hat der bisher nicht so ganz

-Heimwärts-
Was wird da sein, wo wir heute waren?
So in 10 Jahren?
Ob ich eine Prognose wag?
Bald kommt der Niederschlag!

Da wird’s mir wirklich weh zumute
So wünsch ich Dir herzlich:
Für die Zukunft alles erdenklich Gute

-Zu Hause-
Blicke ich rheinaufwärts
Plötzlich durchzieht mich ein spitzer Schmerz,
Denn durch's Wasser, auf wundersame Weise,
Vernimmt man aus der Tiefe ganz leise:
Das Gletschergeplätscher

Gedicht vom Kleinen Wicht KW1 2023
Nach einer Ferienwoche
Am Sonnenplateau, Fiss, Tirol

Urlaub der 1. Wahl, hoch über dem Oberinntal


So war
Silvester 22

Alle Eisblumen sind
Im warmen Wind schon lange verwelkt
Still steht die Gasuhr
Es fließt kein Geld

Ist das nicht ein vortrefflicher Handel?
Energiesparen durch Klimawandel

Kein Weg, keine Weiche gefroren
Bei milden 11 Grad
Läuft alles einfach weiter 
...und weiter... dreht sich das Rad 

Kleiner Wicht
2023 an Neujahr


Gedicht zum Advent 2022

Advent! Advent!
Neu entbrennt
Das Licht
Das spricht und spendet:
Zuversicht!

Auf der Suche
Nach den größten, den stärksten,
Den gewaltigsten Dingen
Begibt man sich auf eine Suche
Im ganz Geringen

In Umständen
Und durch Umstände getrieben
Unerwünscht, statt geblieben
Bloß ein Stall
Mit gerechtem Wort:
Ein Abort
Hinein das kleine Kind
Wo sonst noch Tiere und ihre Hirten sind

Auf dem Pfad der Hirten muss man gehen
Das Weihnachtswunder anzusehen


zum Wochenende der KW 43

Wurzeln in bewegter Zeit

Ich muss nun fort
Am fremden Ort
Weiß ich nur eins:

Einst kehr‘ ich wieder
-Geschlagen oder Sieger-
Vor Deiner Schönheit knie ich nieder
-Goldenes Mainz

Gedicht vom Kleinen Wicht 25.10.2022


zum Wochenende der KW 42

Ferienbeginn

Saisonbetrieb, es streiken die Piloten
Wieso ist das in Deutschland nicht verboten?
Verräter und Despoten!
Als Top-News dargeboten

Erfüllt ist da das Unterpfand
Du von Glück erfülltes Vaterland

Gedicht vom Kleinen Wicht 18.10.2022


zum Wochenende der KW 41

Das Karussell
 
Die Kugel dreht
Die Zeit vergeht
Es dreht sich schnell
Immer um die alten Themen
Dafür sollte man sich gründlich schämen

Worüber soll man bilanzierend schreiben?
Was wird von der letzten Woche bleiben?

Die Brücke brennt
Die Bahn gehemmt
Es fiel der Gaspreis, mit lautem rumms
Gedeckelt von nem DOPPEL-WUMMS
Auf Kanzlers Geheiß
Und ganz leis hörte und vergaß ich ein paar Namen
Neben all den lauten Tages-Dramen
Das klang so unverständlich und so verdächtig leise
Dass es gereichte zum Nobel‘schen Preise

Gedicht vom Kleinen Wicht 10.10.2022


zum Wochenende der KW 40

Elsass-Lothringen

Hab ich es Dir bereits erzählt?
Ich hab Dich heute auserwählt!
Du hast es gar nicht registriert?
Ich hab Dich einfach annektiert!

Wie? Du hättest gern die Wahl?
Ich befrage Dich!
-Mit einem Stückchen Stahl-
Das findet sich…

Jetzt bist und bleibst Du ewig mein
Denn ich bin groß und Du bist klein
Doch werd' ich allseits bloß getadelt
Dabei wirst Du durch mich geadelt
Hör auf zu wein‘! Und sieh
Es mal nicht ganz so schlecht:
Dich schützt ab jetzt mein Völkerrecht

Wenn Dich nun mein mobiler Ruf ereilt
Fühl Dich befreit und wohlbetreut
Warst doch nur Knecht und schwer gequält
Bist nun zurück und auserwählt
Mit edlem Platz im Sonnenschein
Wir gehören zusammen
Stammen wir doch alle ab vom Vater-Rhein

Gedicht vom Kleinen Wicht
Zum Tag der Deutschen Einheit 2022


zum Wochenende der KW 39

Herbstblüte

Sie blüht
Wieder in letzter Tage später Wonne
Ihr Gesicht glüht
Gewandt gegen die niederstehende Sonne

Heute lädt ihre späte Blüte wieder ein
Ungefüllt und offen
So ist manches Insekt noch eingetroffen
Auf ein letztes Mal Nektar
Denn das war
Es dann für die Saison
Oder für ein Insekten-Leben
Mehr hat das Jahr nicht mehr zu geben
Draußen wird es schon seltener hell

Die Aster blüht
Ein Jahr vergeht
So langsam
Und so schnell

Gedicht, vom Kleinen Wicht
28.09.2022, überarbeitet März 23


zum Wochenende der KW 38

Es regnet

Seit etwa drei Wochen
Gesegnet
Und gefühlt ununterbrochen
Endlich täglich
Sind die Wolken
Neu ausgebrochen

Doch der März
Der ließ es einst so richtig krachen
War das wohl ein Frühlingserwachen!
Im Raketen-Regen von Isjum

Geblieben sind 440 gekreuzigte Gräber
Tot und stumm
440 stumme Zeugen
Diese nun zu beäugen
Um aus den Leichen zu lesen
Was ist da im März gewesen?
Wer starb denn nur durch Artillerie?
Und wer starb vielleicht da
Grausamer als Schlachtvieh?


Der Herbst kommt bald
Oder ist schon angekommen
Da wünscht man sich in Deutschland
Ein schönes anonymes Grab im Wald
Nicht mal mit Mal oder Nummer
In verstreuter Asche friedlicher Schlummer

Hier haben sie alle Angst
Der Gaspreis geht um
Bedenkt doch mal
Die Gräber von Isjum!

So kann man oft
Und will doch nicht
Denn es heißt sodann: Verzicht

Gedicht vom Kleinen Wicht
18.09.2022


zum Wochenende der KW 37

Charles III.
Es muss, stirbt auch das Jahrhundert,
Immer wieder weiter geh‘n
Selbst das Ende einer Ära
-Allseits bewundert-
Lässt die Zeit nie stille steh‘n

Also dann wohlan, wohlan!
Nach der ewigen royalen Sitte:
Der Nächste bitte!
Hoch lebe seine Majestät: Charles III.

Heute titelt die TAZ ungewohnt salopp:
Mit 73 der erste Job
Er zündet spät
Daher geläufig
Sind ihm junge Themen
Wie Frieden, Klima und Biodiversität
Bei so FfF-Youngstern findet sich das häufig
Es entspricht ihrem Sehnen
Und den grünen Genen

Er ist ein guter Mann für diese Zeit
War immer schon allzeit bereit
Mit einer Meinung, ohne Scheu vor Fehde
Mit der er nun zurückhaltender sein mag
-Schade-
Mich beeindruckte besonders seine Rede
Am 15.11.2020 in Berlin zum Volkstrauertag

Ein ewig junger Sohn
Aber weder grün, noch kühn
Besteigt in Großbritannien da nun den Thron
Gut konserviert geblieben mit der Zeit
Ich finde diesen Jungen ziemlich gescheit
Und ziemlich gut geraten
Um zig Premierminister zu beraten

Gedicht vom Kleinen Wicht
Geschrieben am 10.09.2022



zum Wochenende der KW 36

Wer Recht haben will…

Der Mensch kennt das Recht
Die Juristen, des Rechtes Kenner,
Schufen in Tateinheit
Nicht Gerechtigkeit
Sondern diesen kleinsten gemeinsamen Nenner

Scheinbar nur Gott kennt die Gnade über dem Recht
Stellen wir uns mal vor diese Gnade wäre real und hier
Vorhanden bei Dir und bei mir
Sie wäre echt
Das wäre nun echt nicht gerächt

Rein menschliches Verhalten!
Die Gnade überlassen wir liebend gerne Gott vorbehalten
Sie bleibt allein sein ewiges Versprechen
Wenn wir stets mit der Menschlichkeit brechen
Und mit unserer Menschlichkeit rächen

DAS IST NUR MEIN GUTES RECHT!!!
Das ich hier will
…Sei bitte still
Das Recht ist keine Moral
Es ist eine Notwendigkeit
Es ist, weiß Gott, nicht egal
Denn es entscheidet manchen menschlichen Streit
Hinterlässt regelmäßig Wut oder Leid
Was aber in Gottes Gnade ruht
Das ist einfach (mal) gut

Der gute Mensch hat immer recht
Das ist der wesentliche Unterschied
Der gute Gott kennt immer Gnade
Und hat uns daher trotzdem recht lieb

Gedicht vom Kleinen Wicht, 08.09.2022

geschrieben abseits des täglichen Krams




zum Wochenende der KW 35

Spätsommer 2022

Ende August endlich erster Regen
Aus der Lethargie raus, sich neu erheben
Nach dürrer Zeit ein erster verhangener Tag
So süß wie nur Tristesse zu sein vermag

Am frischen, grauen Morgen
Im alten Pulli das Ufer entlang
Tiefes Einatmen, kurzes Aufatmen
Allseitiger Klang

Die Aussicht fröhlich und doch etwas bang
Denn sie bedeutet für den Ersten den Schulanfang
Nur ein neuer Lebensabschnitt, der dann startet
Was ihn, was mich dabei wohl erwartet?

Die weiteren Aussichten aber scheinen
Nach Vorhersage herrlich versonnen
Altweibertage mit allen Wonnen
So früh hatte die Lese auch noch nie begonnen

Der Sommer, die Lese sind gerade schön spät
Aber was wird erst sein
Wenn der goldene Herbst einst vergeht?
Steht uns dann der ganz harte Winter ins Haus?
Dieser wirft jedenfalls dunkle Schatten voraus

Laufe weiter, heute wie morgen,
In die nicht aufgehende Sonne
Und blende sie aus

Gedicht vom Kleinen Wicht,
Geschrieben am trüben 27. August


zum Wochenende der KW 34

GKV-FinStG

Das Gerede dieser Tage
Ist meist lauter Emotion
(Querdenker, Kriegslenker,
Sonstige zermürbte Person)
Was aber bleibt  danach schon
Von solch lautem Geschwätz?
Übrig bleibt dieser Tage:
Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz

Schon davon gehört?
Nein? Denn unerhört leise
Brachte das Ministerium
Referentenentwurf und Kabinettsbeschluss
Auf die parlamentarischen Gleise
Zu viel Lärm stört!

Karl Lauterbach hat diese Milliarden geerbt
Von einem Herrn Spahn
Der hatte in seinem Elan-Wahn
Diese über Jahre wohl nicht bemerkt
Nun fehlt für eine langfristige Lösung die Zeit
Denn schon bald ist es mit dieser Lücke so weit
Dass sie pro Jahr auf 17 Milliarden gewachsen ist
Aus der Elan-Vergangenheit erwuchs nur lauter Mist



Es kommt nun ein höherer Zusatzbeitrag
Der die meisten trifft
Klar, dass man da jetzt weise
Lieber leise von spricht
0,3 Prozent Zusatzbeitrag mehr
Wird kein Unternehmen
Und keinen Arbeitnehmer schonen
Aber wenn schon Inflation
Dann soll sie sich lohnen
-Nicht nur beim Material oder Wohnen-

Aber vergesst diesen Zusatzbeitrag!
Ja, ich meine es ernst
Denn es kehrt das Budget!
Das heißt wieder weniger Termine beim Arzt
Das tut am meisten weh
Karl Lauterbach behauptet zwar:
Es wird keine Leistungskürzungen geben
Aber mit einem Budget ist eben
Früher Feierabend im Gesundheitswesen
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Quartal oder Jahr!
Und…gutes Genesen!

Adieu Terminservice- und Versorgungsgesetz TSVG
Kein Facharzttermin, tut es auch irgendwo weh
Da wächst wieder Unmut heran
Über überaus privilegierte Private
Armes, krankes Deutschland
Na, dann warte…

Gedicht vom Kleinen Wicht, veröffentlicht 25.08.22


zum Wochenende der KW 33

In Deutschland wird bald umgelegt

Es kommt ganz ohne Frage
Als Entscheidung dieser Tage
Bald eine Gasumlage

Nun fragt man sich
-Denn die Politik scheint sehr bestrebt-
Wer/wie/was wird dabei umgelegt?
Das klingt schon ganz schön bitter
Schon greinen besorgte Mütter

Auch vergaß man
-Beim Gasumlagen-Design-
Eine Nuance, selten, klein und fein
Ein völlig neues Phänomen
Bisher ganz selten so geseh‘n
Daher den Herren lieb und teuer:
19 Prozent Mehrwertsteuer

Das lässt sich nur bewerten
Als Werk großer Experten

Nun ist unser tapferes Land gefordert
Zu sparen
Um den inneren Frieden zu bewahren
Doch sparen allein wird es kaum richten
Notwendig wird: echtes verzichten

Auf die eine oder die andere Art
Wir werden es spüren
Wir werden in der Winterkälte frieren
Bloß ohne täglichen Raketenschauer
Und mit absehbar begrenzter Dauer

Seht Euch die Kriegsverbrechen an
Und steht gefälligst Euren kleinen Mann

Geschrieben und veröffentlicht vom Kleinen Wicht am 17.08.2022

PS:
Herzerwärmend vor so einem kalten Winter:
Vor einem Winter (1973)
Von Eva Strittmatter



Urlaubsgrüße

Ein Wicht saß einst am Meer
Im Sonnenuntergang
Es rührte ihn so sehr
Der Wellen sanfter Klang

Kleiner Wicht bedenke
Das ewig große Glück
Geht noch heute alles unter
Kehrt es morgen doch zurück!

(Frei nach Heinrich Heine)
13.07.2022

 

zum Wochenende der KW 25

Die Preisfrage 

Wusstet ihr schon?
Es gibt gar keine Inflation!
Es gilt der gleiche Wert seit 1988!
Es ist alles in deutscher Ordnung!
In der GOZ
Das macht flinke Hände!
Sonst wird man faul und fett!
So erkennt dieser Tage die unendliche Kraft
Von westdeutscher Planwirtschaft

Ist doch alles kein Problem
So etwas kann man nicht kommen sehn
Ist eine Entwicklung dann plötzlich da
Halten wir sie doch einfach hin
So einfach wie seit über dreißig Jahren
In der deutschen Zahnmedizin

Irgendwann steht die freie Praxis so blank
Wie eine systemrelevante zentrale Bank
Keiner hat sie erkannt
Die große Entwicklung
Doch wie eine Bank, ganz unumwunden,
Werden die es dann von den Lebenden nehmen
Nicht Patienten, sondern Kunden
Um es Investoren zu geben

Aber man wollte der Zahnmedizin
Die Inflation doch nicht ganz vorenthalten
Denn schließlich  lässt sich in Deutschland alles verwalten

Inflationär war und ist die deutsche Bürokratie
Doch war die deutsche Bürokratie nie
Sauber, verschwiegen und zum Patientenwohl
Das wäre Deutschlands Bürokraten zu einfach
Also wird das Übrige aufgefressen
Von unfertiger Digitalisierung, Dokumentation und Qualitätsmanagement
Notwendige Investitionen massiv gehemmt
In Menschen, nochmal: in Menschen,
Medizinische Maschinen und medizinisches Material
Aber dem deutschen Zahnarzt lässt man keine Wahl

Gott sandte den Gesundheitsbürokraten Corona!
Denn die patientenlosen Besserwisser im Gesundheitswesen
Hatten endlich so richtig was zum Jammern

Ich meine:
Statt einem neuen patientenfreien muttersprachlichem Tester
Lieber Geld für die Hände einer neuen asiatischen Krankenschwester!
Die eine steht mit flinken Händen am Krankenbett
Der deutsche Bürokrat labert sich schon von alleine weiter fett

Denn werktags 17 Uhr wie wochenends
Macht er, anders als Arzt oder Schwester, ganz erlabend
Einfach bürokratiefreien Feierabend

Veröffentlicht vom Kleinen Wicht am 24.06.2022


zum Wochenende der KW 23

Sommerhitze

Bist Du es mal wieder leid?
Krieg, Alltag, Inflation und Streit?
Diese Zeit
Und all ihr Mangel
Doch liegt das Gute gar nicht weit
Von allem Gerangel hier entfernt
Leben, wesentlich entkernt

Bereits nach einer halben Stunde
Erreich' ich kleinschrittiger Wicht und Zwerg
Diese wundervolle Alte Welt
Irgendwo beim Donnersberg

Zur Alten Welt führt keine Straße
Hier wächst Frieden in hohem Maße
Hier wachsen auch keine Neubaugebiete
Es braucht keinen Grünen
Der solche verbiete
Die Fläche blieb hier unversiegelt
Das Wachstum grün und gesund gezügelt

Kommt die Welle?
Lass Dich hier stranden!
Im Nirgendwo
Bei Bolanden

Die neue Welt geht steil und steiler
Draufgeschissen!
Im letzten Winkel von Gaugrehweiler

Sehnst Du Dich mal abzukühlen?
Sie wartet auf Dich!
Die Alte Welt-
Oder: Pfälzisch Sibirien

Gedicht vom Kleinen Wicht
Geschrieben am 11.06.2022, 
Neufassung 22.07.2023




zum Wochenende der KW 22

Pfingstsonntagmorgen 2022

(7 Uhr)

Der Erste ist bereits seit einer Stunde wach
Zugegeben diese erste Stunde
Verlief ganz schön gemach

Aber um 7 Uhr reicht es dann auch
Kinder werden bekannt ungemütlich
Mit einem kleinen Loch im kleinen Bauch

Trüblich blickend befiehlt man mit lautem Begehren
Und wehe Dir Du lässt nicht gewähren
Dein Kind um 7:10 Uhr verzehren
500g Kulturheidelbeeren

Soll ich etwa anfangen laut zu brüllen?
Oder willst Du mir wohl meinen Willen erfüllen?
„Viele! Viele! Alle! Alle! Meine! Meine! Meine!“
Oder willst Du etwa, dass ich gleich laut weine?

Der Zweite kommt
Und der Erste will sich so gar nicht beeilen
Seinen Kulturschatz
Brüderlich mit ihm zu teilen

Der frühe Vogel fängt den Wurm
Dieser Pfingstsonntagmorgen ist schwül
In der Luft liegt ein kräftiger Sturm
Zwischen den beiden aber ist es eisig und kühl

„ERDBEEREN AUCH!“
Der Erste lässt es so richtig krachen
Vorhergesagt waren für heute Gewitter
Schon morgens, direkt nach dem Aufwachen

Es wird dann doch noch geteilt
In zwei gleiche Schalen
Zwei gleiche Schalen?
Welcher Depp ließ diese
Unterschiedlich bemalen?
„NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!
ICH, ICH bekomme das Gelbe“
Das Violette oder das Gelbe
Das ist schließlich und überhaupt und so gar nicht dasselbe

Für einen Moment blicken zwei zufrieden drein
Drei Sorten Beeren im Mund
Und einen Heiligenschein

Der Heilige Geist
Erweist uns vielleicht morgen die Ehre
Das wäre doch mal was
Wenn er, wenigstens zu Pfingsten, auch mal hier,
In unserer Wohnung einkehre

Der Familienbesuch steht an
Das heißt sodann, dass ich euch zwei jetzt bade
Pfingstsonntagmorgen- 8 Uhr…
…nur mit Schokolade


Gedicht, vom Kleinen Wicht,
Pfingstsonntagmorgen 2022- 9Uhr


 

zum Wochenende der KW 21

Himmelfahrt

An Himmelfahrt, dem Vatertag, verhält es sich meist so
Man erhält erst einen Kuss und dann ein Himmelfahrtskommando

Noch schlafen alle, ich bin wach
Kann mich noch kaum halten
Aber wehe auch nur ein Geräusch oder gar Krach
Also nicht den Koffeinvollautomaten anschalten

Egal, schnell raus und Frühsport getrieben
Die anderen sind derweil liegen geblieben
Feiertag, jeder eben, wie er will
Hauptsache leise und schön still

Mit der Morgensonne kehre ich wieder
Entspannt-müde freuen alle Glieder
Und es schallt Hurra! Der Papa ist da!
Ah meine Lieben, da seid ihr ja!

Und ich denk:
Ein Geschenk!

Da wird aber laut gelacht!
Nämlich ganz schön falsch gedacht!
Nein, nein, nein bitte schön!
-Gern gescheh’n-

Ein neuer Sandkasten!?
Ich meine: die letzten Jahre ging es doch auch ganz gut ohne
Die Antwort ist ein Blick von Mutter und ihrem Sohne
Der klar macht: nix mit Beine hoch und rasten

Es gibt kein Erbarmen und kein Vertun
Keine Zeit kurz auszuruh’n
Es bleibt nichts abzuwarten
Der Nachbar leiht entspannt den Spaten

Er vertieft sich in die Wochenzeitung
Ich schraube, hämmere mit sch…. Anleitung
Der Kopf bekommt rote Farbe
Man trägt schwer an so einer Grasnarbe

Dann zwei Stunden Erdaushub
Vielleicht für ein kühles Doppelgrab?
Wieso wurd‘ man einst als Bub
Geboren und hat nicht daran gedacht
Als man niedlich angelacht
Mal das Ja-Wort gab

Mittagssonne und 25-Kilo-Säcke
Bringen mich final zur Strecke
Als ich halb tot, das Vlies mit Sand bedecke
Lobt man mich als echter Recke
Irgendwelches recken fällt mir schwer
Nein, aus, nichts geht für heute mehr

Ich leiste bloß noch einen Schwur:
Nächstes Jahr geh ich allein auf Schorletour

Gedicht vom Kleinen Wicht
Geschrieben am Abend des Himmelfahrtstages 2022



zum Wochenende der KW 19

Joggingtour am Freitag, den 13. Mai 2022

oder: ein ganz schnelles Gedicht, vom kleinen Wicht, geschrieben am Morgen des 14.05.22

Die Sonne scheint!
Und scheint so schön
Nur noch raus!
Und joggen gehn

So laufe und laufe ich ganz heiter
Am Acker entlang weiter und weiter
Und keuche und schwitze
Genüsslich aus jeder Ritze
In der ersten höllischen 22er Hitze
Unter einer warmen, weißen Schirmmütze

Wochenende, erste Sommertage
Also nur nicht zu schnell
Das ist die Lage
Und das Lebensgefühl
Alles ist und bleibt hoffentlich still

Da ertönen von hinten
Fröhlich-laute Stimmen
Die mit Luft und Kraft über der Ebene erklingen
Mit einem Volumen, als wollten sie singen

Es wird lauter und lauter
Sie kommen näher und näher
So in der Art von einem Rasenmäher

Die Breite wäre gegeben
Wir laufen hier nicht auf dem Steg
Aber so ein End-30er-Jogger
Der steht
Der Schönheit des Tages einfach im Weg
Der Weg ist flach, der Hilfsmotor an
Das Goldene Alter bricht sich Bahn!



zum Wochenende der KW 14

Nichts ist schöner als...

Saisonbeginn, zweites Quartal
Frühling, Hochzeit, Damenwahl
Familientreffen, Feiertage
War das früher eine Plage!
Heute ist es pure Freude
Leute, Leute, Leute, Leute!

Aus unserer Burg, dem trauten Heim,
Die da feste steht am Rhein
Brechen wir endlich aus, suchen Ostereier
Zu Hause, das liegt zwischen Bonn und Speyer
Da, wo wir einst Kind gewesen sind
Kehren wir wieder, sonst sind wir blind
Der Ankerplatz erhält die Weitsicht
Für Familie, Zukunft, Weltgericht

In diesem Gedicht sind wir eingeladen
Uns einmal hoch hinaus zu wagen
So düsen wir vom Rhein-Main Gebiet
Den Rhein entlang bis nach Neuwied
Landen auf der ersten Höhe
Oh Du schöner Westerwald
Bei Werner und Waltrude
Da ist‘s stets herzlich
Und überhaupt so gar nie kalt

Onkel/Tanten/Vetter/Basen
So viele Kinder auf Werners weitem Rasen
Einer der dabei vortrefflich grillt
Die Verwandtschaft ganz genusserfüllt
Das ergibt ein hübsches Bild!
Beseelt erklingt, das kommt dann vor,
Schräg intoniert vom Familienchor
Begleitet von Werners Trompetenbeat,
Über die alten Gruben das Steigerlied.

Auf Wiedersehen und bis bald
In Horhausen (Westerwald)
Denn ohne den Familien-Grill
Bleibt der Wald nur still und kühl



Auf dem Rückweg landen wir im blauen Ländchen
Singen Karl-Heinz ein Geburtstagsständchen
Und begießen, nach 10 Jahren schon,
Andis fast abgeschlossene Promotion

Damit ist unsere Reise ist noch nicht vorbei
Irgendwann kommt die Zeit für Etappe zwei und drei
Heute fuhren wir in den hohen Norden
Der Süden, die Pfalz, wartet auf uns
-an einem neuen frischen Morgen-

Ich hoffe, ihr seid dann wieder mit dabei
Auf Wiedersehen bis zum Mai
Ich wünsche Euch eine schöne Oster-Sause
Und erlaube mir eine kurze kreative Pause

Bis dahin!
Bleibt voll Elan!
Geht die Großprojekte an!
Ist das erste schiefgegangen
Habt zehn neue angefangen!
Diese zielstrebig wie unverdrossen
Wie Andis Diss schon fast ganz abgeschlossen
Vergessen wir mal kurz das Bangen
Nichts bleibt schöner
Als etwas Neues anzufangen
Nein, das stimmt doch nicht so ganz
Denn eigentlich ist nichts schöner als
Zu Hause zu sein in…
…Rheinland-Pfalz

PS:
Der Krieg war und ist ein Schwerverbrechen
Ich konnte nicht wieder davon sprechen
Ich konnte nicht wieder über die Katastrophe schreiben
Krieg war, ist und wird menschenverachtend wie grausam bleiben
Wer die Morde von Butscha oder Tschernihiw
Mit den eigenen Augen sah
Und ist trotzdem noch am Leben da
Um die Täter anzuklagen
Dem hört nun zu, der hat Euch was zu sagen


Kleiner Wicht 03.04.22

zum Wochenende der KW 13

Zulässig fahrlässig

Woche um Woche in diesem März
Gedicht um Gedicht der Blick auf unendlichen Schmerz
Dieser Monat schreibt Strophe um Strophe
Eine neue, unfassbare Katastrophe

Am 22.03.22 erlosch in Mainz ein dreijähriges Leben
Das Mädchen starb
Durch einen fatalen individuellen Fehler
An einer grünen Fußgängerampel
Die Aufarbeitung und Ermittlungen dazu sind noch im Gange

Wird aber durch die nun folgenden Gutachten herausgefunden
Dass der Fahrzeugtyp einen Einfluss
Auf die Sicht nach unten
Auf das kleine Leben
Und auf dessen Verletzungsgrad hatte
Dann steht gar nichts mehr zur Debatte
Dann bleibt nur mehr ein kurzer Schluss
Denn es ergibt sich ein sofortiges Gebot
Zur potentiellen Vermeidung von fatalem Fehler-Kinder-Tod:
Totales Panzer-Verbot im Straßenverkehr



So viele Personen brauchen in unserem Ballungsraum
Breite Autos mit erhöhtem Einstieg?
Worin liegt da der Sinn?
Was trägt das bei zum Glück?

Eventuell ist man heute generell bewegungseingeschränkt
In den Beinen nicht mehr so schnell
Im Kopf auch nicht ganz so hell
Sichtbar auf doppelte Weise gehemmt
Und offenbar hat man das Bedürfnis dies zu zeigen
Dass man gehemmt ist und vorhat es zu bleiben
Manche finden so ein Auto sei ein sicherer Hort
Ich finde es ist ein Krankentransport

27., Sonntagmorgen, Morgensonne, totaler Frieden
Jeder atmet das Leben
Es hat letzte Woche noch ein hoffnungsvolles Leben gegeben
Das lag in unseren Händen

Nimm Dich zurück
Nimm Rücksicht
Sei schlicht auf dem Weg zu Deinem Glück
Mit geöffneten Augen
Vorher werde ich an die Zukunft dieser Zeit nicht glauben

Gedicht vom Kleinen Wicht, 27.03.2022

zum Wochenende der KW 12

Es blühen im Frühling die Gerüchte
In froher Erwartung der Unternehmensberichte
Man reibt sich genüsslich die Hände
Wie hoch wird die nächste Dividende?

Umsatzbilanzen und das liebe Geld
Regieren auch meine kleine Arbeitswelt
Reicht es gerade noch zum Fressen?
Oder bleibt was übrig für Moral?
Beginnen wir darüber nachzusinnen
Ganz oben beim Ideal

 Das Ideal

Damit diese Seite nicht so voll wird 

gibt es das Gedicht der KW 12

in der Rubrik "Lebensfreude" 

oder einfach den Button anklicken

Das Ideal



zum Wochenende der KW 11

Woche 11, Anno 22

Blick nach außen

Frieden wird es nicht geben!
Wie auch immer die Waffen schließlich schweigen
Tiefer Hass wird mit Sicherheit bleiben
Da bleibt kein Zweifel
Wer vergibt dem Teufel?

Solltet Ihr Erfolg haben,
Kiew ist eingeschlossen,
Die Selenskys, Klitschkos und Zivilisten erschossen
Dann haben Eure Waffen
Einen Mythos geschaffen

Eine Armee mögt ihr besiegen
Ein Land findet so sicher nie zum Frieden

Blick nach innen

Um mich herum tragen viele Bedenken
Sich schon wieder und noch weiter einzuschränken
Auch wieder viele sprechen wieder laut aus:
„Man muss doch endlich mal wieder hier raus!“
„Mir reicht es! Das hier ist kein Leben mehr!“
Deutschland trägt am seinem verlorenen Leben schwer
Nach zwei Jahren Corona und zwei Wochen Ukraine
Tankt man teures Benzin in die SUV-Limousine



Nach Isolation und Besuchsverbot in Pflegeheimen,
Ohne Besuche bei Familie und Freunden,
Haben wir nun auch noch höchste Inzidenz und Inflation
1600 Inzidenz und schon die Inflation bei fünf Prozent!
„KEIN URLAUB?!“ Ruft es durch Deutschland enthemmt
Aber ein jeder muss doch endlich wieder weg und raus
Sonst ist das schöne Leben plötzlich weg und aus

Wieso ruft bei uns permanent jemand wieder und wieder
Er habe sein Leben verloren?
Er hat doch nur ein Leben
-Und das wurde in Deutschland geboren-
Eine Empfehlung bei so einem verlorenen Leben:
Such es mal eben!

Such es mal eben!
Frieden wird es für Dich sonst auch nicht geben

Gedicht vom Kleinen Wicht, geschrieben und veröffentlicht KW 11 2022

zum Wochenende der KW 10 

Der Frühlingsanfang

In reinsten Weiß ist er zu sehn
Da, wo erst kürzlich Sonne schien
Und Schneeglöckchen in der ersten Linie stehn

Wo die Zeit viel schneller läuft,
In einem Hochbeet angehäuft
Oder im Rheingraben tiefergelegt,
Da wiegen sich, vom Frühling bewegt,
Die blauen Köpfe von frohgestimmten
Traubenhyazinthen

Und worauf so gar kein Schatten fällt
Da blüht süd-west-gewandt die Welt
Bereits mit roter Tulpenpracht
Das Rheinklima hat diese Tat vollbracht

So konnte ich diese Blumen heute alle sehn
In Nachbars Garten beim Spazierengehn
Schön standen sie da -in rot und weiß, dazwischen blau-
So bunt und leuchtend betrachtete ich sie ganz genau

Ein anderer Ort könnte auch in dieser schönen Blüte stehn
Ich meine: das Land, wo die Kanonen blühn
Das ließ die Blüte aber wieder
Lieber ins Nachbarland marschiern

Russland heißt dieses blühende Land
Es könnte glücklich sein
Es könnte glücklich sein und machen!
Dort gibt es Äcker, Kohle, Gas und Stein
Und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen

Kästners Verse sind uns altbekannt
Sie berichten uns von einem Land
Das war einmal mit uns verwandt

Wir haben das Land nun neu kennengelernt
Es hat sich auf ewig weit von uns entfernt
Und dort hat sich jetzt zu Letzt
Ein verirrter Junge derb verrannt
Wohl im Übermut seiner ersten Blüte
Einen Lebenssinn noch nicht erkannt
Aber leider kommen mit etwas Alter erst
Weisheit, Milde, Güte
Davor braucht die männliche Pubertät erst
Das kriegerische Gemüte

Nämlich die Gebärde und den großen Knall
Mit möglichst viel Bum-Bum-Krawall
Stündlich ein Tobsuchtsanfall
Das war und bleibt so überall
Man(n) wird groß, die Welt wird weit
Man(n) liebt sich nicht, dafür den Streit

Russland-
Es erscheint mir heute so unendlich weit
Doch Euch möchte ich bitten zum Geleit
Durch diese elende Schreckenszeit
Bei täglich wachsendem Entsetzten
Das große Land
Mit sein blühendes Gewand
Mit einem kleinen elenden Verbrecher nicht gleichzusetzten

Diesen Angriffskrieg und seine Täter
Diese Mörder und Verräter
Verdammten einst Russlands eigene Richter
Die urteilten über diese friedensbrechenden Menschenvernichter
Kein befolgter Befehl rechtfertigte verübtes Leid
Gar Verbrechen gegen die Menschlichkeit
So gilt Russlands Urteil-
in Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit

Gedicht vom Kleinen Wicht geschrieben am 05.03.22

Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
von Erich Käster (1928) findet man z.B. hier:


Das werden wir nie vergessen
 
Von unseren Großeltern haben wir es erhalten
Sie haben es uns vererbt in die dritte Generation, nicht zum bloßen Verwalten
Deutschlands Doktrin zum Frieden und zur Menschenwürde
Diese Doktrin ist täglicher Anspruch und tägliche Bürde
Wir haben es nie vergessen

Jeder ist nun in seinem Verantwortungsbereich gefordert
In meinem Gewerbe werden alle Hersteller abgefragt
Und nie wieder werden Produkte aus Russland oder China geordert
Das sei heute und für die nächste Generation gesagt

NIE WIEDER, das haben wir vor 77 Jahren geschworen
NIE WIEDER und es wird wieder eine neue Generation geboren
Die werden WIR ERINNERN an dieses Versprechen
Die werden WIR ERINNERN an euer Verbrechen

25.02.2022

 

 

zum Wochenende der KW 8 (23.02.2022)

Die Welt tanzt dieses Jahr im Februar
Ganz sonderbar auf dem Vulkan
Jeder fragt: Wie geht das aus?
Bricht er aus?
Der neue Krieg an?

Da schließ ich beide Augen zu
Träum mich am Sonntag auf die LU
Die Straße tanzt und lacht
Der Fastnacht Höhepunkt entgegen
Buntes, pralles, frohes Leben
Lasst mich mit Eurem Scheiss in Ruh
Ich tanzt weiter unbeschwert entlang der LU
HULAPALU, HULAPALU

Melodie, Strophenfolge und Rhythmen nach Andreas Gabalier
Fröhlicher Kokolores, heute nur ohne Hodiodiodiodiehhh

Tanz auf der LU

Hodiodiodiodiehhh
Hodiodiodiodiehhh
Hodiodiodiodiehhh
Hodiodiodiodiehhh

Sonntagmittag die ganze Innenstadt
Vierfarbbunt alles tanz alles rockt
Entlang vom 50. nördlichen Breitengrad
Zum Tanz auf der LU? Hast Du mich gefragt

Was ist der Tanz auf der LU?
Was g‘hört denn da dazu?
Ein Kostüm, gute Laune und natürlich Du!
Nach elf Schoppen werden wir die Sternschnuppen zählen
Bis wir in der Rosenmondnacht verglüh‘n

Helau, helau, helau, helau
Wenn ich in Deine hübschen Augen schau
Helau, helau, helau, helau
Was Dein Blick sagt, weiß ich ganz genau

LU! hast Du g‘sagt
Und hups hat mein Herz g‘lacht
Und gedacht was nur Du auf der LU mit mir machst
Ich und Du vorm grünen Kakadu
Nächstes Jahr beim Tanz auf der LU
Tanz auf der LU
Tanz auf der LU

-Gitarrensolo-

Du bist die Queen, fährst Ferrari, bist millionenschwer
Ich bin ein Narr, was ich tue ist frei von Gewähr
Ob ganz arm, ob steinreich, ich lieb sie alle gleich
Ob ich auf der LU Dein Herz erweich?

Helau, helau, helau, helau
Wenn ich in Deine hübschen Augen schau
Helau, helau, helau, helau
Rosa Wolken und ganz tiefes Blau

-Keyboardsolo-

LU! hast Du g‘sagt
Und hups hat mein Herz g‘lacht
Und gedacht was nur Du auf der LU mit mir machst
Ich und Du vorm grünen Kakadu
Nächstes Jahr beim Tanz auf der LU
Tanz auf der LU
Tanz auf der LU

Helau, helau, helau, helau
Ich seh nur noch die Sterne und das Himmelblau
Helau, helau, helau, helau
Was Dein Blick sagt, weiß ich ganz genau



zum Wochenende der KW 7 (16.02.2022)

Diese Verse entstanden am vergangenen Wochenende in der herrlichen Wintersonne, mit Frühlingsgefühlen und Sommergetränk
Eine Zeitreise in den Mai, voll Vorfreude und einfach mal Kokolores

Heute auf der Karte:
Leichte Kost- mit Weinempfehlung

Es jubelieren die Spartaner
Die ewig jungen Alt-Veganer
Die Menge kocht Saisongemüse
Ohne Fett und jede Süße
Denn schon bald ist es soweit:
Oh Du schöne Spargelzeit!
Dazu trinkt der bewusste Veganer
Grünen rheinhessischen Silvaner
Ganz bewusst
Doch voller Lust
Denn diese vortreffliche Kombination
Ergibt eine sehr harmonische Geschmacksunion


Sein Freund Henning bemerkt betroffen
Sein Riesling harmoniert nicht mit den Bitterstoffen
Denn Spargel stellt nun mal gewisse Ansprüche
An die passende Weinwahl zur veganen Küche
Riesling zerstört das Menü schon zur Minestrone
Eben null Harmonie mit Tomate und Bohne
Da kennt Hennings Freund auch keinerlei Späße
Wie Schinken oder Hollandaise


Seine Freundin Desirée
Trinkt gern modern das ABC:
Anything But Chardonnay
Doch welches bittere Missgeschick
Offenbart dieses Geschmacks-Unglück
Der Chardonnay hat opulent Barrique
Spargel mit opulenter Wein-Vanille
Schmeckt nicht mal mit Sonnenstich und knülle
Und so schaut Desirée gespannt
Über ihren Spargeltellerrand
Entdeckt Amerika und die Indianer
Eine neue Welt: rheinhessischen Silvaner




Sein Opa trinkt gern alten Plunder
Ergrauten, weißen Schrottburgunder
Um den Spargel zu versauen:
Am besten eine Flasche Grauen!
Der schöne Spargel von der Oma
Versaut mit Mandel-Nuss-Aroma
Opa lässt sich vom Silvaner läutern
Welch zarter Hauch von Wiesenkräutern!
So zarte Aromen schonen und verzaubern ihn
Sein letzter Schluck zieht mit ganz viel Schmelz dahin
Wie dieser Abgang vom Opa bestätigt
War das Glas beim letzten Zug sauerstoffgesättigt


Final wollen wir uns hier noch bedanken
Bei unseren seelenverwandten Franken
Unsere Nothelfer wenn wir erkranken
Denn wenn wir mal ernsthaft erkranken
Mit getrübtem Blick gerade noch bis zur nächsten Vinothek wanken
Erkennen wir, auch gerade noch, den Bocksbeutel, das fränkische Fanal
Diese Extra-Weiß-Wurst, im deutschen Weinregal
Wir gesunden mit Würzburger Spital
Schlucken das gesunde Muschel-Mineral
Säurearm zu Junggemüse
An den Magen beste Grüße
Mit Heilkräuter-Birnen-Quitten-Spur
Schluck um Schluck Silvaner-Kur
Bis man wieder ganz klar sieht
Neugeboren aufersteht
Und mit Vorfreude zusammenfasse:
Bald kommt die Sonne, der Silvaner, der Spargel und die Terrasse


Auf dass der Mai vielleicht viel leichter wird
Gedicht vom kleinen Wicht geschrieben 09.-15.02.22

zum Wochenende der KW 6 (09.02.2022)

Wortlos am Grab

Fassungslosigkeit
Macht sich wieder breit
Wenn einem alle Worte fehlen
Wenn die allgegenwärtigen Berichte quälen
Wie sinnlos
Wie sinnlos ist das alles bloß
Warum dieser sinnlose Mord
Warum?
Es gib keine Antwort
Der Tod bleibt stumm

Jetzt macht ihr Tod die Familien stumm
Wohl leiser als im Schock als sie starben
Denn nun sind die Kinder begraben
Was jetzt kommt ist wahrscheinlich noch schwerer zu tragen
Was jetzt beginnt, hat Dauer
Was jetzt beginnt, heißt stille Trauer

Wohin man auch sieht
Ist es wirklich wahr, was da geschieht?
Sicht, egal wohin, mit ernster, betroffener Miene
Letzte Woche Kusel und nebenbei die Ukraine
Wohin ich auch sehe
Dein Wille geschehe???




Gott hat doch nur unsere Hände
Unsere Hände zur besseren Wende
Das Göttliche geschieht nur durch unsere Tat
Was auch immer das Leben uns auferlegt hat
Welche Kraft und Verantwortung ist diesen Händen gegeben
Gegeben für ein so kurzes Leben
Als ob wir es daher nicht besser könnten oder wüssten
Also abrüsten, abrüsten, abrüsten und nochmals abrüsten
Heute überall
Auch verbal

Totenstille und Fassungslosigkeit durchbrechen
Am Grabe Gottes Gebet und ein Versprechen
Keiner von uns kann die Zeit umkehren oder anhalten
Wir müssen bleiben und müssen die Zukunft gestalten

Man kann doch eh nichts ändern oder tun
Also fassungslos, wortlos, tatenlos ruhn?
Ach…
Nein nicht einfach ach…
Denk ruhig nach
Und setze es um
Wer tot ist, bleibt tatenlos stumm

Gedicht vom Kleinen Wicht 08.02.2022

zum Wochenende der KW 5 (01.02.2022)

Am 30. April 2022

Enden die Monate mit einem „R“
Metrologen geben Gewähr
Kälte und Frost sind endgültig vorbei
Die Sonne scheint, man fühlt sich frei
Es wartet der neuer Mai
Man spürt warme Wonnemonate winken
Sicher werden auch die Inzidenzen sinken

In der Mai-Sonne könnte man sie blitzen sehen
Weniger achtlos darüber hinweggehen
Sie liegen am Boden
Wir laufen da oben
Erkennt ihr, wen ich da meine?
277 Mainzer, die Stolpersteine

Die Nächsten vor meiner Tür (in Wi-Erbenheim) liegen Bahnstr. 7
Einen Getränkemarkt gibt es da drüben
Die Namen sind wegen Schmutz schwer zu lesen
Frau und Herr Hess sind es gewesen
Ermordet in Sobibor und Majdanek
Und nun liegen ihre Namen im Dreck?

Ich will nicht in negativer Erörterung Eure Zeit verschwenden
Lasst es uns bitte zum Besseren wenden
Wie wäre es, wenn man das Andenken gemeinschaftlich pflegt?
Dein nächster Stein aussieht, wie neu verlegt?
Sich regelmäßig besinnt der Namen?
Und wo sie in unserer SchUM-Stadt vor der Deportation waren?
Das wünsche ich mir am heutigen Tage sehr
Auschwitz ist heute gerade 77 Jahre her



Der Südwesten denkt heute vielleicht an Johanna Geissmar oder an Edith Stein
Ob sie vorab schon wussten
Dass sie bereits bei Ankunft in Ausschwitz ins Gas gehen mussten?
Der Gedanke macht mich unendlich klein

Ein stiller Gedanke kniend, ein Eimer, Wasser, ein Tuch oder Küchenpapier
Entscheidend hier ist allein das WIR
Rufen wir die Namen und Orte in die Erinnerung
Denn sonst entsteht in der Dämmerung
Hinter dem starken Filter Zeit
Bloß noch blasse, trübe Vergangenheit
Was bloß, wenn die Zeitzeugen gestorben sind?
Gebe Gott, wir werden niemals blind!

Schuld und Sühne sind individuell und nicht zu vererben
Die Erinnerung der Zeitzeugen darf niemals sterben
Um die Todesfabrik zu begreifen
Kann Schulunterricht niemals ausreichen
Es braucht Jahrzehnte bis die Bilder reifen
Man kann versuchen, es an den Biographien nachzuvollziehen
Damit wir in Zukunft im Großen wie im Kleinen bestehen

Gedicht vom Kleinen Wicht geschrieben am 27.01.2022
Die Idee, Stolpersteine zum 1. Mai zu reinigen, stammt, soweit mir bekannt, von Juso-Gruppen, Pflegeanleitungen finden sich im Internet



zum Wochenende der KW 4 (25.01.2022) 

Die Wochenzeitung der Freitag titelt am 20.01.2022:

„Der bessere Bundespräsident“


Eigentlich
Wollte ich nie über konkrete Personen sprechen
Mit dieser Gelübde werde ich
Dieses eine Mal brechen


Denn es kommt bald zur Bundesversammlung
Die jedoch in Ermangelung
Eines zweiten Kandidaten aus der Mitte
Nicht wirklich was zu wählen hätte


Zwischenfrage: Wofür braucht es eine Wahl?
Birgt sie sprichwörtlich doch Qual
Also sowas! Nein, Nein, Nein! Im Vorhinein
Lässt man Blödsinn besser sein
Ein Konsens zwischen den Parteien
Birgt auch keine Scherereien


Nun gibt es doch noch einen Gegenkandidat
Einen guten, einen der Tat
Erich Kästner hätte wohl statt langer Bärte
Menschenkenntnis und christlich-soziale Werte
Ganz ungequält
Die gute Tat gewählt
Eben einen, der nicht labert
Mit Namen: Gerhard Trabert



Die Tat geht oft einher mit hoher Bürde
Aber sie gibt manchem Meschen die Würde
Wieder, die er vielleicht nicht mehr so empfand
In unserem geliebten deutschen Vaterland
Artikel 1 mal angewandt
Das ist doch wirklich allerhand


Sodass ein jeder am End erkennt
Wie im Titel des Freitag
Bzw. auf dessen Seite 1 im Beitrag
Dessen Autor final bekennt
Bei der Wahl zum Bundespräsident
Gibt es einen würdigen Gegenkandidat
Anempfohlen durch geleistete Tat


Fazit:
Diesen Herren aus der Mainzer-Mitte
Ins Schloss Bellevue befördern BITTE!



Gedicht vom Kleinen Wicht, veröffentlicht 25.01.22



zum Wochenende der KW 2

Ausblick 22

Schrecklich schnell wird Dir gewahr
Auch in diesem neuen Jahr
Aus! Vorbei! der Januar
Schon ist die Fastnacht wieder da?!

Dein Schreibtisch schreit
Es rennt die Zeit
Vom Aschekreuz zum Osterhasen
Narzissenblüte schmückt die Vasen

Ein Sommer fliegt vergnügt dahin
Kurz hat das Leben einen Sinn
Schon färbt sich alles herbstlich bunt
Dein Hamsterrad läuft wieder rund


Allerheiligen gedenkst Du alter Zeiten
Das lässt Deinen Blick für das Wesentliche weiten
Du machst die Tür hoch, das Tor weit
Einzug hält die Weihnachtszeit
Silvester verglüht ein letzter Feuerzauber
Und dann endlich
fragst Du Dich:
WAREN MEINE ZÄHNE SAUBER?
Und bemerkst, oh weh, auwei…
2022 schon passé, vorbei!

2022 was auch kommt
Angekündigt oder prompt
Habe einen, der Dir seine teure Zeit ausborge
Und vergiss mal nicht die Zahnvorsorge!


Habe Aufgabe um Aufgabe, dass das Sozialprodukt wachse
Denk nur bei Zeiten auch an die Zahn-Prophylaxe!
Sonst war das Jahr ein schlechtes Geschäft
Ohne den Stempel im Bonusheft

Ach,
Und mach auch mal gemach
Und lass Dich auch noch gleich boostern
Und…
So kehrt vielleicht die Hoffnung auf frohe Ostern

Gedicht, vom Kleinen Wicht
zum Wochenende der KW 2